Showcase: Smart Circular Bridge

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Nachwachsende Rohstoffe bieten der Bauwirtschaft die Möglichkeit, den Ressourcenverbrauch und den CO2-Fußabdruck von Bauwerken zu reduzieren. Neben Holz stehen hier auch Bioverbundwerkstoffe auf Basis von Flachs oder Hanf im Fokus. Was mit den neuen Hoffnungsträgern bereits möglich ist, zeigt das EU-Projekt „Smart Circular Bridge“.

Unterstützt vom EU Programm Interreg North West Europe werden derzeit im Rahmen des Projekts „Smart Circular Bridge“ drei Fußgänger- und Fahrradbrücken aus Biokompositen in Deutschland und den Niederlanden geplant und realisiert. Die erste Brücke wurde nun in Almere, in den Niederlanden, gebaut. Sie ist Teil der Gartenbau-Weltausstellung Floriade 2022, die seit dem 14. April 2022 unter dem Thema „Städte der Zukunft“ stattfindet.

Neben den 100 % natürlichen Flachsfasern stammt auch das Harz für die Smart Circular Bridges zum Teil aus nicht-fossilen Quellen. Der Anteil des Bioharzes beträgt bei der Brücke in Almere 25 %. Doch schon bei der zweiten Brücke, die Ende 2022 in Ulm entstehen wird, soll er auf 60 % steigen.


Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Planung, Konstruktion und Entstehung der ersten Smart Circular Bridge in Almere (NL).

 

 

 

Beschleunigung der Materialforschung mit KI

Bioverbundwerkstoffe sind für die Baubranche eine große Chance, doch noch ist eine intensive Forschungsarbeit nötig. Deshalb werden die Brücken systematisch in Echtzeit überwacht. Knapp 100 Sensoren liefern Daten zum Materialverhalten im Alltag. Wie verhält sich das Bauwerk, wenn 200 Menschen zeitgleich über die Brücke gehen? Wie wirken sich jahreszeitbedingte Temperaturunterschiede und Wetterverhältnisse aus, etwa bei Sturm, Hagel und Schnee? Wie verläuft der Alterungsprozess des Materials im Detail?

Ein Structural Health Monitoring System mit optischen Glasfaser-Sensoren in der Brücke liefert Informationen über Verformungen. Beschleunigungssensoren erfassen selbst feinste Schwingungen, die etwa durch Wind entstehen. Die Auswertung der Daten erfolgt mit Hilfe künstlicher Intelligenz. So lassen sich Muster im Materialverhalten erkennen. Diese Daten sind in einem Dashboard auf der Website dashboard.smartcircularbridge.eu/ öffentlich einsehbar. Gleichzeitig können die Ingenieure ihre Berechnungs- und Materialmodelle mit diesen Daten verfeinern. Auf dieser Grundlage werden sie die Materialien und Konstruktionsmodelle für die nächsten Brücken und viele weitere Anwendungen weiterentwickeln. Aktuell forschen Teams bereits an Säulen und Fassaden-Elementen.

End of Life von Anfang an im Blick

Mit Blick auf die Kreislaufwirtschaft untersucht das Projekt Smart Circular Bridge, welche Optionen sich für den Baustoff ergeben, wenn die Brücken nach vielen Jahrzehnten das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht haben. Derzeit sind drei Möglichkeiten denkbar: mechanisches, chemisches und sogar biologisches Recycling mit Pilzen. Wichtig ist, dass die Nutzungskaskade des Materials so lange wie möglich anhält. Dennoch müssen die End-of-Life-Optionen von Anfang an mitgedacht werden.

Das EU-Projekt zeigt weit mehr als Brücken-Konstruktionen. Es ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie Innovationen für den Klimawandel erfolgreich auf den Weg kommen.Es lohnt sich über alternative Werkstoffe nachzudenken. Denn allein bei den Brücken gilt es in den nächsten Jahren in Europa Zehntausende zu ersetzen.

Statement der Projektleitung:

„Die Werkstoffe haben eine große Zukunft“, beschreibt Projektleiter Professor Rijk Blok von der TU Eindhoven die Aufbruchsstimmung nach der Halbzeit des Projekts. „Gerade die intensive Zusammenarbeit von Wissenschaft, Industrie und Gemeinden hat der Materialentwicklung einen großen Schub gegeben“.

„Die aktuellen Ergebnisse stimmen optimistisch: Wir gehen davon aus, dass wir in Zukunft Brücken mit deutlich größeren Spannweiten und höheren Belastungen bauen werden“, sagt Professor Dr. Patrick Teuffel von der TU Eindhoven.

Als einer von 15 Partnern verantwortet Proesler Kommunikation den gesamten Bereich der Online- und Offline Kommunikation inkl. Videoproduktion. Neben den klassischen Kommunikationskanälen wie Website und Pressearbeit führt Proesler Kommunikation den LinkedIn Kanal „Smart Circular Bridge“, der das gesamte Projekt begleitet, die Projektpartner portraitiert und Hintergrundinformationen zum Thema Circular Economy liefert und diskutiert.

Für weitere Informationen besuchen Sie gerne die Projekt Website der Smart Circular Bridge und folgen Sie dem Projekt auf LinkedIn.